Various Artists

Saturday Night Fish Fry

Soul Jazz

Schon vom ersten Bassdrum-Kick an (Roger And The Gypsies: »Pass The Hatchet«) macht auch der zweite »New Orleans Funk«-Sampler klar, dass hier nicht mit faulen Kartoffeln gehandelt wird. Nach den Reggae-Ausgrabungen der »100% – 400% Dynamite«-Reihe dürfte Soul Jazz damit also wieder mal genau ins Schwarze getroffen haben. Zwar gibt es diesmal vermehrt Tracks, die auch eher beiläufige New Orleans-HörerInnen kennen dürften. Die Anwesenheit von Acts wie Dixie Cups (»Iko Iko«), Irma Thomas (»Don?t Mess With My Man« sowie der Extremgänsehaut-Torchsong »Ruler Of My Heart«), Lee Dorsey (»Give It Up«), Huey Piano Smith (»Little Liza Jane«) oder Dr. John (»Gris Gris Gumbo Ya Ya«) gehört zu dieser umfassenden Doku aber ebenso wie superrare Funk-Singles, die es in ihrer Jugend (also in den 70ern) wohl nie über die Stadtgrenzen hinaus geschafft haben dürften. Wohl auch deshalb, weil sie in diesem Bewusstsein eingespielt und produziert wurden, klingen sie auch so tight und »exotisch«. Wenn davon ausgegangen werde kann, dass US-AmerikanerInnen eine Schweineparanoia davor haben, ihr Einfamilienhaus auf einem alten Indianerfriedhof (oder in der Nähe davon) errichtet zu haben (siehe »Poltergeist« oder »Pet Sematary«), dann kann für »The Funk« nur gesagt werden, das der Hoodoo-Funk aus New Orleans als extremst wichtige wenn auch etwas undurchsichtige Grunderdung verstanden wird. Und wir freuen derweilen uns schon auf den dritten Teil!