¿Que Vola?

»s/t«

No Format/Indigo

¿Que Vola?, was so viel heißt wie »Wie geht’s?«, ist eine Band aus französischen und kubanischen Instrumentalisten, wobei Letztere, drei professionelle Multi-Percussionisten, die zugrunde liegenden Rhythmen legen, die Franzosen die darüber spielenden (»improvisierenden«) Instrumente besorgen: Drums, Kontrabass, Fender Rhodes und Blasinstrumente wie diverse Saxophone, Trompete und Posaune. Kopf des zehnköpfigen Ensembles, das dieses Album eingespielt hat, ist Fidel Fourneyron, der, wie seine französischen Mitstreiter, vor allem im Jazz beheimatet ist. Es begann – wie so oft bei solchen »Projekten« zuvor – mit einem Besuch in Kuba; weitere Aufenthalte folgten, dann wurde dieses Debütalbum eingespielt – als Nächstes wird eine Konzerttournee durch Europa folgen. Seit Jahrzehnten hat afro-kubanische Musik wenig bis nichts von ihrer Attraktivität für Musiker aller Couleurs, insbesondere aber für Jazzer, verloren. In erster Linie wird immer wieder auf jene Rhythmen zurückgegriffen, die in Kuba zur Invokation der alten afrikanischen Götter der Subsahara (Changó, Elegba, Yemayá etc.) gespielt werden und die mit den Sklaven in die Neue Welt gebrachten wurden und sich dort mit den christlichen Religionen vermischten: rituelle Musik als Mittel der Ekstase, Metamorphose und »Wiedergeburt«. So haben Fourneyron und seine Mitmusiker die einzelnen Stücke dieses Zyklus auch als eine kathartische Reise angelegt, wobei das Ende, »Resistir«, Trauermarsch, karibisch-kubanische Karnevaleske und dramatisches Finale, zurück an den Anfang verweist. Von den früheren Avant-Jazz- und Prog-Rock-Experimenten diverser Bands, an denen Fourneyron und Co. beteiligt waren, ist hier jedenfalls nur wenig zu hören. Gelegentliche Anklänge des elektrifizierten Jazz der Siebziger, vor allem Bruno Ruders Fender Rhodes, setzen Akzente und lassen Changós Blitze am Horizont aufleuchten.