Illustration © Tex Rubinowitz

Quarantänetalk #1 mit Tex Rubinowitz

In »Subkultur in der Corona-Krise« und »Beschäftigungstherapie« widmet sich skug bereits der Situation von Kulturbetrieben und dem Zeitvertreib unserer Autor*innen. Jetzt stehen die Künstler*innen selbst im Fokus und beantworten unsere – nicht ganz ernst gemeinten – Fragen. Den Anfang macht »Bares für Rares«-Fan Tex Rubinowitz.

Kulturschaffende leiden besonders unter den Auswirkungen von Corona, wie wir in »Subkultur in der Corona-Krise« ausführen. Und auch als Privatperson braucht man ganz eigene Strategien, um mit der neuen, uns allen aufgezwungenen Situation so gut wie möglich zurechtzukommen, wie unter »Beschäftigungstherapie« nachzulesen ist. Eine Reihe von skug Autor*innen hat hier bereits Vorarbeit geleistet und gibt Tipps für den Zeitvertreib in den eigenen vier Wänden. Das geht oftmals sehr in die Tiefe, gibt hie und da etwas Hoffnung und Mut, bestätigt aber auch etwaige Ängste vor der sehr ungewissen Zukunft. In unserer neuen Reihe »Quarantänetalk mit …« stellen wir deshalb Künstler*innen einige Fragen, die nicht ganz ernst gemeint sind, jedoch Eindrücke aus dem persönlichen Alltag ganz normaler Menschen wiedergeben sollen.

Der erste Auserwählte ist Tex Rubinowitz, der u. a. für die Titelseite von skug #1 verantwortlich zeichnete, dessen Cartoons aber auch regelmäßig in »Der Standard«, »Titanic«, »Falter« etc. zu finden sind. Außerdem ist Rubinowitz Musiker (Mäuse), Schriftsteller, Schauspieler, Bachmann-Preis-Träger und Vermittler von solchen Kapazundern wie M. A. Numminen. Irgendwie hat er ziemlich oft dort, wo es in Österreich subkulturell um etwas geht, einen oder mehrere seiner Finger im Spiel. Auf Facebook postet er gute Bilder mit guten Texten von sich. Nun ging er freundlicherweise auf unseren Fragenkatalog ein.

skug: Auf einer Regenbogenskala von Rot bis Lila: Was ist gefühlsmäßig dein persönliches Corona-Farbspektrum?
Tex Rubinowitz: Man kann dafür keine Farbe finden, das schwankt ja von Tag zu Tag, mal munter, euphorisch, hoffend, mal müde, pessimistisch, empathisch, ad hoc würde ich, wenn Farben den derzeitigen Zustand abbilden sollen, Petrol sagen, weil ich mir gestern eine Maske genäht habe, farblich ist sie petrol, darauf hab ich eine orange Schwalbe gestickt.

Wie ist deine Quarantäne-Wohnsituation?
Ich wohne alleine, und schon immer, ich kenne nichts anderes, und bin auch noch nie ein soziales Wesen gewesen, also Ausgehen vermisse ich nur bedingt, und wenn ich ausgehe, in Zeiten wie diesen, hol ich mir Bier und setze mich auf eine Parkbank, das ist die neue Kneipe.

Wie oft gehst du raus? Wie schützt du dich und andere?
Einmal am Tag mindestens, entweder 20 km Laufen auf der Donauinsel, oder eben Parkbank mit Buch und Bier.

Wie ist dein Tagesablauf in der Krise? Hast du Rituale?
Morgens nach dem Aufwachen eine Folge von »Bares für Rares« in der ZDF Mediathek, komischerweise wird das täglich mit dem aktuellen Datum befüllt, und dort ist von Corona nichts zu spüren, so als ob sie eine ganze Menge von diesen Folgen auf Halde produziert hätten, oder das Virus verschont auf wundersame Weise dieses starre, schreckliche Format.

(Wie) hältst du dich fit und bei Laune?
Siehe Fragen 1–4: Nähen, Laufen, Bank, Buch, »Bares für Rares«.

Wie intensiv verfolgst du öffentliche Debatten?
Nicht sehr intensiv, ich schaue mir die Kurven der Erkrankungs- und Genesungsverläufe an, lese keine Blogs, keine Meinungen, ich schaue Markus Lanz, der das sehr unhysterisch macht, wie ich finde, also im Rahmen seiner Möglichkeiten, und seine Gästeauswahl ist, wie ich finde, gut zusammengestellt.

Welche Handcreme benutzt du?
Ich wasche mir nicht die Hände, weil ich erstens bezweifle, dass die Schmierinfektion wesentlich zur Übertragung führt, und ich auch zweitens nichts »da draußen« anfasse, außer die Griffe meines Fahrrads.

Welche Musik, Filme, Serien, Bücher, Videospiele etc. empfiehlst du?
Dazu kann ich gar nichts sagen, Netflix hab’ ich nicht, ich schau nur Fernsehen, »Bares für Rares«, »The Masked Singer«, »Promis unter Palmen«, »Markus Lanz«. Bücher nur sehr langsam, das letzte war »Das Evangelium der Aale« von Patrik Svensson, gutes Buch.

Wähle aus und begründe (Mehrfachauswahl möglich):
– A: Dosenwerfen aus Passata-Dosen
– B: Höhle bauen und Hörspiele hören
– C: Bier-Yoga
– D: …
Nichts dergleichen, ich muss mich nicht zusätzlich beschäftigen und ablenken zu dem, was ich vorher nicht auch schon gemacht habe.

Führst du Selbstgespräche? Wenn ja, ist es eine Hilfe?
Wenn man Schreiben als Selbstgespräch konnotieren würde, ja, aber das Schreiben passiert jetzt nicht verstärkt, das kommt unabhängig von der aktuellen Situation schon immer in Wellen, ich kommuniziere auch nicht weniger oder mehr schriftlich mit anderen.