Bernhard Eder

»Post Breakup Coffee«

TRONrecords

Der Samthandschuh ist sicher nicht das Lieblingskleidungsstück des Musikkritikers. Ab und an erscheinen allerdings Alben, die einen eher behutsamen Zugang erforderlich machen. »Post Breakup Coffee« von Bernhard Eder ist so ein Album, handelt es sich dabei doch um eine waschechte Trennungsplatte. Es sei dem Oberösterreicher allerdings gedankt, dass er die Kritik gar nicht erst in die Gewissensfalle treibt, schlie&szliglich ist ihm »Post Breakup Coffee« wirklich gut gelungen. In acht Elegien, die Eders Abkehr von indiefolkigen Trappelschritten hin zu einer kühl-hybriden Beinahe-Popästhetik darstellen, gibt er das Auseinanderbrechen seiner Beziehung und aller damit einhergehender Entfremdungsgefühle in bestechend offenen Worten wieder. Am besten funktioniert das in jenen Songs, die in ihrer frugalen, oft elektronisch untermauerten Form Eders Emotionskatalog als Korsett gegenüberstehen. (»Snow Fields«, »Leaving Berlin«, »Long Way To Run«). Wenn der Sänger sein Narrativ jedoch ins Theatralische erhebt (beispielsweise durch gro&szligzügige Phrasierung und/oder Gesangsmultitracking) und dies im Tandem mit musikalischer Verdichtung geschieht (so etwa in »Words Can’t Tell (What I’m Feeling)« oder im Titelsong), dann gerät er mitunter in etwas weinerliches Fahrwasser. Diese Momente sind allerdings rar gesät. Insgesamt ist »Post Breakup Coffee« sicherlich Eders bisher aufregendstes und abwechslungsreichstes Album, was durch gestiegene Aufmerksamkeit u.a. etwa in Deutschland auch entsprechend anerkannt wird.