Park Jiha

»Communion«

Tak:til/Glitterbeat

Aus dem legendären Glitterhouse entsprang das Label Glitterbeat, das sich auf Musik vor allem aus dem (nord-)afrikanischen Raum spezialisiert hat. Unter dem Sublabel tak:til werden nun auch KünstlerInnen aus anderen Teilen der Welt veröffentlicht – eine davon ist Park Jiha aus Südkorea. »Communion«, ihr bereits 2016 veröffentlichte erste Soloalbum, wird nun neu aufgelegt und ist ein Meisterwerk.

Die zuvor im Duo 숨[suːm] in Erscheinung getretene Multiinstrumentalistin (Hackbrett, Piri, Saenghwang) hat sich John Bell (Vibraphone) und Kim Oki (Bassklarinette, Saxophon) hinzugeholt, um diese Sieben-Song-Wucht auf die Beine zu stellen, welche klassische Sounds zu einem höchst modern klingenden Ganzen verarbeitet. Erklingen die ersten verzerrten, metallischen Töne, bricht eine Welle der Melancholie und Sehnsucht ein, die sich bis zum Ende zieht und die Grundstimmung vorgibt. Langsam und dramatisch bauen sich Strukturen auf, die sich scheppernd entladen. Hart und fragil klingen die Töne aus dem Hackbrett, die Piri (ein koreanisches Holzblasinstrument, ähnlich einer Oboe) tönt klagend darüber. Einmal umgibt die Musik ein weiches Meeresrauschen, dann wieder fällt japanische Koto-Musik ein. Einfache Akkordwechsel, ein Hin-und-her bilden den Boden für darüber hinwegwehende, einfache, jedoch fast erschlagende Melodien. Das fast zehnminütige »Sounds Heard From The Moon« bildet den Höhepunkt der zum Weinen schönen Reihe von Stücken, die wie eine Compilation ihres Oeuvres anmuten, so vielfältig sind die Einflüsse: der Minimal Music, der Klassik Südkoreas, des Post-Rock oder des im letzten Stück des Albums durch die fantastischen Saxophonausbrüche dargebotenen Free Jazz. Was dieses Album so fantastisch macht, ist seine immense Klarheit, ist die in Diamant gepresste Intimität, die durch den perkussiven Sound des Albums so lebendig wirkt, ohne je kühl zu sein. Unfassbar schön.