Tetras

»Pareidolia«

Flingco Sound System

Bei »Pareidolia« haben wir es mit einer Art Schubumkehr zu tun (ähnlich wie etwa vor kurzen bei den Herren Rupp, Müller & Fischerlehner auf »Tingtingk«), sprich: wir hören vorwiegend analoge Instrumente (Jason Kahn an den Drums, Jeroen Visser an der Elektroorgel und, ja, okay, ein bisschen Elektronik, sowie Christian Weber am Kontrabass), die aber eine digital wirkende Musik erzeugen. Aber es bleibt nicht bei einem typisch ambientartigen Metallknistern, sondern wir müssen den Vorhang zu einem weiteren, einschlägigen Fachbegriff lüften. Es geht um »Drone-Musik«, eine Spielart des Minimalistischen, nur noch hartnäckiger. Reine Repetition ohne jegliche Progression. Das stimmt so im Resultat nicht ganz, aber doch annähernd. Unnachgiebig werden auf »Pareidolia« von Bass und Schlagzeug pulsierende, retardierende Rhythmusmuster vorgeben – und zwar über vier 20minütige Tracks hinweg. Für einen Funken Progression sorgt Jeroen Visser, der diese Patterns in flirrende Ambientsounds tunkt. Dennoch (oder gerade deswegen) hat das Wirkung und Nachdruck. Ein eigenwilliges, unterkühltes, pulsierendes Gewitter empfängt die Hörerin auf diesem, primär als Download oder als limitierte Doppel LP erhältlichen Release.