eLan

»Next 2 Last«

Monkeytown

Man will sich vorab über den Künstler schlau machen, um den Einstieg in den folgenden Text angenehm zu gestalten und stö&szligt auf Wände. So oft wie im Zusammenhang mit eLan alias Elan Stouffet das Wort »mysteriös« fällt, so rar fallen die Informationen aus.
Folgt man der Anleitung des beigelegten Promotextes, lässt sich zumindest feierlich feststellen: Der Kalifornier ist brandneu auf dem von Modeselektor betriebenen Label Monkeytown Records und war sowohl mit diesen als auch mit Siriusmo auf Tournee. Er sollte also zumindest ein paar Anhängern der Meister aus Berlin ein Begriff sein. Und wenn man dann endlich auch ein paar Worte zum eigentlichen Thema (die Musik!) loswird, könnte die Möglichkeit bestehen, dass mehr Menschen Zugang zu diesem sehr entspannten und minimalistischen Synthie-Ding finden. In bester Flying-Lotus-Manier zeigt sich also »Next 2 Last« von einer verkopften, treibenden HipHop-Seite. Im Gegensatz zur eben erwähnten Referenz allerdings mit Instrumentals, die eher weniger bedrückend in die Magengrube fahren, sondern durch extreme Laidbackness die Laune heben und einladen, sich an einem lauen Sommerabend in die Hängematte zu knallen und dort ein wenig herumzuzappeln. Als wunderbarer Einstieg in die Musik von eLan wird wärmstens »Alligator Snaps« empfohlen. Ein Track, der wie kein anderer auf dieser Platte wirkliche Songqualitäten vorweisen kann, mit verspieltem Beat und toller Entwicklung über viereinhalb Minuten hinweg. Auf Albumlänge bettet er sich in eine Aneinanderreihung von elektronischen Versatzstücken ein, die allesamt kurzweilig, futuristisch und kopfnickerlastig dahinhüpfen. Weniger Musik für das aktive Zuhören, sondern um Gedanken schweifen zu lassen und sie in nächtliche Sternenhimmel hinauszuschie&szligen.