Dianogah

Millions of Brazilians

Southern

Math gone Metaphysics! Heißt: Wie viele Variationen kann angularer, Symmetrien verschachtelnder Math Rock haben, ohne in das Ohnmachtsmeer der immergleichen Schnarchnase zu verfallen? Die Antwort ist bedauerlicherweise nicht viele. Gerade dieses mit zwei Bässen und Schlagzeug leicht ungewöhnlich besetzte Trio zählt zum Feinsinnigsten und Besten, was unter dem Ahnschatten Slints, Shellacs und Eleventh Dream Days hervorgekrochen ist. Gerade jetzt am Drittalbum ist man in der Chicagoer Lokalhierarchie zum Edelnachwuchs gereift, bei dem auch mal Rachel Grimes und John McEntire mit in die Tasten und Regler greifen. Und auch gerade jetzt, wo enttäuschte Tortoise-Fans den nahe liegenden aber missglückten eTronica-Sprung beheulen und nach dem Real Thing an fein rhythmisiertem Post-Rock-Geschraube schreien, ja, da sollte es endlich hinhauen für Dianogah. Tut es aber nicht. Denn Ideen brauchen auch Abnabelung. Und dieses Baby ist klebsüß, träumerisch und treibend stur. Nur leider erstickt an der eigenen Plazenta.