Mark Feldman

»Live At Théatre ...«

Intakt

Das 2012 live eingespielte Album klingt wie die Wiederaufnahme des Konsonanten in die experimentelle New Yorker Downtown-Szene. Neue Kammermusik von Partnern, sowohl im Leben als auch in der Musik, und da mit Piano und Violine. Courvoisiers teils präpariertes Pianospiel ist eine neoklassische und eigenwillig zeitgenössische Verbindung von europäischem und amerikanischem Interagieren und Musikdenken. Feldman ist amerikanischer multiperspektivischer Violinist, der die nonkonformistische Improvisation beherrscht. Beim Zusammenspiel der beiden Könner wird in den sieben Stücken von »Live At Théatre Vidy-Lausanne « fast ein Ûbermaß an Emotionen spürbar. Statt analysierend darüber zu schreiben wäre Poetisches der Musik und dem Gefühlskosmos des Duos sehr viel näher. Das Eintauchen der beiden Instrumentalisten in die Geschichte der Musik der Klassik, der Romantik, des Impressionismus bis hin zur Zwölftonmusik und wie dies in Spannung gebracht wird zum Experimentellen und Improvisatorischen der New Yorker Gegenwart, wo Courvoisier und Feldman leben und arbeiten, ist fulminant. Neue Kammermusik mit reinterpretiertem Jazz ist das. Es kondensiert das bisherige Musikalische der Virtuosen Courvoisier und Feldman, das sich mal einfühlsam sanft, dann wieder kompromisslos harsch darstellt. Sehr gefühlsgeladen, mit stark romantischen Zügen schon. Dies aber doch aufregend gebrochen durch das mal mehr, mal weniger Schräge der New Yorker alten Gewohnheiten und neuen Erforschungen der Downtown-Avantgarde von Free Jazz bis Improvisation und Neuer Musik, zu der das Paar seit langem in Kollaboration mit namhaften Musikern der Szene gehört. Im Duo brillieren sie in ihrer ureigenen und besonders poetischen Klangwelt mit feinem Gespür.