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Stefan Goldmann

»Live at Honen-In Temple«

Macro

Nicht jeder Techno-Musiker schafft es bis zur eigenen Wikipedia-Seite. Das darf man vorausschicken, um gleich auch die Seriosität der Sache ein wenig herauszustreichen. Das Live-Electronic-Set »Live at Honen-In Temple« des deutschen Stefan Goldmann, das tatsächlich im legendären Honen-In Tempel östlich von Kyoto eingespielt wurde, hat mit Techno nur biographische Schnittstellen. Viel eher sind wir hier in einer Twilightzone zwischen Ambient, Mikrotonalität, Minimalismus und japanischer Folklore, die sich Frozen Techno nennt. Eine Gratwanderung also zwischen gepflegter Langeweile und einer (wenn auch sehr eingeschränkten) Referenzhölle. »Live at Honen-In Temple« bietet von keiner der erwähnten Welten das neueste, umwerfendste, innovativste, ist aber insgesamt sehr stimmig gelungen, mitunter auch erfrischend abwechslungsreich. Eine Soundmeditation, die irgendwie Deutsch und doch auch Japanisch klingt. Und das ist jetzt keinesfalls negativ gemeint. Aber eben, Stefan Goldmann ist kein Wikipedia-Niemand, sein Vater ist überdies der viel zu wenig geschätzte Friedrich Goldmann, hier wurde also ein musikalisches Erbe erfolgreich weitergereicht. Für Freunde anspruchsvoller Ambientreisen.

Home / Rezensionen

Text
Curt Cuisine

Veröffentlichung
06.06.2013

Schlagwörter

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