Various Artists

»Lagos Disco Inferno«

Academy

Ruff, rugged’n’raw kommt es daher, das Lagos Disco Inferno auf DoLP, eine Compilation von Frank Gossner, die er während eines dreijährigen Aufenthalts aus den westafrikanischen Crates zusammengediggt hat und für uns in einzigartiger Weise den Groove im Lagos Ende der 1970er Jahre kaleidoskopiert. Und selbst wenn man als hüttenkäsiger Mitteleuropäer nicht den blassesten aller Dünste für diese Nische hat, die zwölf Hochkaräter aus afrikanischem Boogie, Funk und Disco besorgen’s einem trotzdem, und zwar ordentlich. Natürlich sind diese Grooves nichts für Laptop-Speakers und popelige Ohrstöpsel, vielmehr muss man ihnen das nötige Volumen bieten, um die unnachahmlichen Vibes von beispielsweise Grottos »Bad City Girl« zwischen der Verruchtheit der Polizeisirenen und der filigranen Verspieltheit des Synthesizers entfalten zu lassen. In bester »All-Killer-No-Filler«-Manier pumpt sich die erste Hälfte mit »Everybody Get Down« von der Asiko Rock Group ihrem Ende entgegen, einem Gedicht von einem Killer-Track, der sich in durchgehend dichtem Arrangement seine Zeit nimmt und sich so immer weiter in die Loopspirale vorschraubt, dass einem ganz schwindlig wird vor lauter Deepness. Und auch die zweite Platte lässt nichts anbrennen, gibt dem Hörer aber erstmal in einigen ruhigeren Stücken ein wenig Zeit zur Verarbeitung (gro&szligartig: die funky flute in »Root« von BLO), um dann im fast viertelstündigen Four-to-the-Floor-Exzess-Disco-Stampfer »Hang On« von Nana Love ihren Meister und ein gelungenes discoinfernales Schlusswort zu finden.