Roedelius

»King Of Hearts«

Sub Rosa

Die Vorgeschichte ist so bemerkenswert wie das Album selbst. Bei den Gugginger Irritationen treffen sich der jüngste Sohn von Charlie Chaplin, Christopher, und Hans-Joachim Roedelius, ein Mann, der als Berufsbezeichnung »Krankenschwester, Physiotherapeut, Masseur, Sterbebegleiter, Komponist« angibt. Aber klar kennt man Roedelius von Kooperationen mit Eno, Baumann, Fisher, Czukay und vielen mehr. Offensichtlich verstand man sich auf Anhieb bestens. Auf Einladung der BBC remixte Chaplin ein Stück von Roedelius, ein Jahr später kam es dann zu »King Of Hearts«. Dieses Resultat ist nicht leicht zu beschreiben, es ist eine Mischung aus kontemplativer Klassik im Stil von Pärt oder Otte, zugleich sind wir hier näher am orchestralen Pop, wenn auch mit elektroakustischen Einsprengseln oder generell verqueren Irritationen. Unüberhörbar, dass beide Herren ein Händchen für instrumentale Soundqualitäten haben, was die meditativen Soundreisen auf »King Of Hearts« umso stimmiger werden lässt. Distinguierte Zenmusik wäre vielleicht ein passendes Etikett dafür. Jedenfalls ein Album, das verschiedenen HörerInnen verschieden genussvolle Hörerlebnisse bereitet. Das aber garantiert.