King Buzzo with Trevor Dunn

»Gift Of Sacrifice«

Ipecac

Der Springteufel King Buzzo verfügt offensichtlich über einen unendlichen Vorrat an kreativer Substanz, was er mit jeder Veröffentlichung aufs Neue zeigt. So durchwachsen sein Werk beizeiten auch sein mag, das eine oder andere Schmuckstück ist darin immer wieder zu finden. Nach der Mini-Kollaboration mit Trevor Dunn (Mr. Bungle, Secret Chiefs 3) auf der EP »Six Pack« (2020, Amphetamine Reptile) hat er selbigen für sein eigenes, zweites Soloalbum »Gift Of Sacrifice« herangezogen. Und nach einer kurzen Intro-Nummer ballern die beiden mit »Housing, Luxury, Energy« wieder genau ins Schwarze. Buzzos Höllengesang, der doch stets zwischen Komik und Melancholie mäandert, schwebt blechern mit den klassisch Melvinsʼschen Saiten-Grooves gemeinsam durch Raum und Zeit. Naja, ein Schlagzeug mit Dale Crover dahinter passt auch dazu, die akustische Variante schmeckt aber doch auch ausgesprochen gut. »Iʼm Glad I Could Help Out« besteht wieder aus so einem klassischen Brutalo-Riff, mit Buzzos beschwörerischem Gesang eine Wonne von Song, Stoner-mäßig sonnig. Das Zusammenspiel der beiden ist wuchtig und einnehmend, nicht jede Nummer eine Hit-Single, aber ja nun. »Silence in Modern America« und »Bird Animal« sind jeweils schöne Gitarrennummern, letztere fast schon eine Ballade? »Mock She« ist ein nettes Duett mit Herrn Dunn und »Acoustic Junkie« leider so ein Filler, der in keine Richtung wirklich geht. Spielerei. Wäre als EP kompakter und hätte vermutlich einen stärkeren Reiz.