Bernhard Gál

»Hinaus, in den Wald«

Klanggalerie

Basic-Infos: Es handelt sich um eine Vertonung, quasi Eigeninterpretation von Gedichten des Künstlers Adolf Wölfli: Schweizer, Insasse einer Heilanstalt, Maler, Poet, mutmaßlicher Frauenschänder. Seine Gedichte: Laute, Wortfetzen, Sätze, die ins sprichwörtliche Nichts zu gehen scheinen. 1905 hat er die Gedichte geschrieben, die Bernhard Gal jetzt vertont hat: Jahre bevor Dadaismus entdeckt wurde, bevor andere versuchten den Worten neuen Sinn zu geben, das Unaussprechliche sichtbar zu machen. Und Gal, ein Wiener Laptop-Künstler aus der Experimental-Elektro-Elektroecke, der momentan in Berlin lebt, zeichnet sich für eine ganze Reihe von Soundinstellationen verantwortlich, hat mit einigen namhaften Künstlern zusammengearbeitet, Preise eingeheimst. For further infos klicke www.bernhardgal.com.

Szenenwechsel. Es ist Nacht, ich bin allein zu Haus, lege die CD ein. Und plötzlich bin ich im Wald. Nicht einem Wald wie wir »Städter« ihn uns gemeinhin vorstellen, Bambi-lastig und verkitscht. Nein, ich hab mich verlaufen in einem Wald voller toter Kinder und voller Schatten und dem schwarzen Mann, der hinter dem nächsten Busch auf mich lauert.

Gals Vertonung ist gelungen. Das Lauter-Leiser; das Wechselspiel von Natur, Mensch; die kindliche Stimme, die Laute voller Unverständnis ausspricht, Worte die im Kopf dann doch irgendwie Sinn ergeben, Gestalt annehmen … Liegt es daran, dass ich eine Frau bin?

Dass allein die Biographie Wölflis Ängste in mir freisetzt, die sich beim Hören dieser CD manifestieren? Ich weiß nur, dass ich nach dem Anhören dieser CD unter dem Bett nachgesehen habe und das Fenster hab ich auch zugemacht.

www.klanggalerie.com