Erik Honoré

»Heliographs«

Hubro Music

»Heliographs« ist das Heimarbeitsalbum des norwegischen Soundtüftlers Erik Honoré, der mit seinen knapp 50 Jahren auf eine beachtliche Mittäterschaftsliste zurückblickt. Er wirkte etwa auf Alben von Brian Eno, David Sylvian oder Arve Henriksen mit. Auf seinem ersten Soloalbum (das allerdings mit einer Reihe von Gastbeiträgen eingespielt wurde, unter anderem von Ingar Zach, Eivind Aarset, Jan Bang, Arve Henriksen und am herausstechendsten die Sängerin Sidsel Endresen) entwickelt er weniger seinen eigenen Stil, wohl aber eine sehr eigenwillige Innerlichkeit, die sich in verschiedenen formalen Spielereien wohlig einrichtet. Mal klingen die Tracks nach einer ziellosen, fast zerstreuten Flüsterimprovisation, mal wird es eher elektroakustisch, mal schimmert ein Zipfel gesampelte Kammermusik hervor, mal bewegt sich die ganze Sache in Richtung einer gedimmten Nachtmusik für Ambientfreunde. Am hörenswertesten aber sind die drei Stücke gemeinsam mit der Sängerin Sidsel Endresen, die heuer übrigens 63 Jahre alt wird, aber immer noch als eine der wichtigsten Stimmen der norwegischen Experimentalmusik tituliert wird. Mit einem wichtigen oder gar dringlichen Hörerlebnis wartet »Heliographs« zwar nicht auf, aber mit einer stimmungsvollen Unaufgeregtheit, die durchaus Laune macht.