Various Artists

»Futureboogie 10«

Futureboogie

Das Bristoler Label Futureboogie spendiert sich zum zehnjährigen Jubiläum eine Compilation, die den Hörer unnötigerweise mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Passend zur Anzahl der Kerzen auf der Geburtstagstorte sind zehn Tracks auf der CD zu finden, die von einem wunderbar legeren Housegroove aus dem Hause Typesun eröffnet werden. Eine prima Wahl für ein Intro, an das auch Crackazats verspielter Track »Passagem« hervorragend anknüpfen kann. Interessant ist auch Behlings Beitrag »Last Chance« auf der Vier, in dem die Gemeinsamkeiten von Disco, House und Bassmusic bei gemütlichen 113 BPM weitergedacht werden. Klingt halt ein bisschen nach Speed Garage auf Ketamin. Aber gut so, der Groove hält an, er hält die Tracks am Leben. Im weiteren Verlauf der Compilation stellt sich jedoch leider eine gewisse Ermüdung beim Hörer ein. Spätestens in der zweiten Hälfte der CD wird man diesen zähen Interpretationen der immer gleichen, viel zu eng gedachten Idee von House wirklich überdrüssig. Got lost in the loop? Ja, aber nicht im positiven Sinne. Die Tracks fungieren vielleicht als interessantes Ausgangsmaterial für einen DJ, der ihnen innerhalb eines Sets den entsprechenden Rahmen und damit einen roten Faden verpassen könnte. Für sich stehend aber wirken sie hilflos, ohne zündende Idee oder Auftrag. Man darf sich daher schon wundern, warum die Macher von Futureboogie, die neben ihrem Labelbetrieb eine Bookingagentur, Radioshows und regelmä&szligige Clubnächte in London und Bristol ihr Eigen nennen, die Compilation nicht als DJ-Set veröffentlicht haben. Dass der Abschlusstrack dann noch einmal richtig rockt, kriegen vermutlich die wenigsten Hörer mit. Schade. So bleibt es bei mageren vier von zehn.