The Skatalites

From Paris with Love

Celluloid

Als der Briefträger die Schachtel mit Promo-CDs deponierte, wusste ich es noch nicht. Einsam und verlassen in einer einfachen Plastikhülle, inmitten eines Stapels mehr oder weniger neuer Veröffentlichungen, fand ich dann das neue 2002er Studio-Album der Skatalites. Später im Auto erzählte uns Red die Geschichte einer französischen Rock-Band, die zu ihm kam, nachdem sie im Radio seine Version von »I Saw the Light« gehört hatte. Sie hatte ebenfalls eine … »I Ska Ta Lites«. Wir alle hatten schon ewig nichts mehr von ihnen gehört, wirklich schade. In den 80ern spielte ich ihre Platten zwischen den Selecters und dem ersten Hit von Lio, »Banana Split«.. Doch Nostalgie alleine ist noch keine Garantie für ein ordentliches Comeback-Album, das gleichzeitig auch das Comeback von G. Karakos ist, dem bekannten Produzent von BYG und Celluloid, von frühem italienischen Techno und dem Dirty-World-Hit »La Lambada«. Ich muss mich zu diesem letzten Album nicht überwinden, es ist wunderbar, stimmig, bunt und lebendig. Die Band war klug genug, genau das zu machen, was sie immer schon am besten gemacht hat, und nicht zu versuchen, sich den modernen Zeiten anzupassen. (Hier werden Sie auf der Stimme keinen billigen, bei Comebacks derzeit so beliebten digitalen Vocoder-Effekt à la Cher finden.) Die Musiker verbergen nicht einmal ihr Alter und spielen die Nummern so relaxed, wie sie wahrscheinlich selber sind. Die Aufnahme hat den original jamaikanischen Sound, dicht, hot, gefühlvoll, … (Sie wissen schon). Mitten in der Küche wiege ich Hüften und Knie im Rhythmus und spiele wieder und wieder den ersten Track (»Garden of Love«). Roll one to Queen Mum spielt’s allerdings nicht, aber auch nur, weil da spliff thang einfach nicht meins ist. Ein sehr gutes Album.