Asian Dub Foundation

Enemy Of The Enemy

EMI

Homo homini lupus est, lehrte uns schon Thomas Hobbes. Die Asian Dub Foundation ist sich dieses Satzes eingedenk und verfolgt wie auch schon auf den Vorgängern zu »Enemy Of The Enemy« das hehre Ziel, populäre Musik mit politischen Inhalten zu füllen. Mag sein, dass manchen die Aussagen zu plakativ sind, mag sein, dass es sich um Simplifizierungen handelt, aber man hat ja immer auch die Wahl, Chomsky zu lesen. Oder Wallerstein. Das polykulturelle Musikerkollektiv bleibt aber auch im zehnten Jahr seines Bestehens seiner Integrität treu und die Verdienste, die es sich für die Bildung eines neuen Selbstbewusstseins asiatischer Volksgruppen in England erworben hat, bleiben sowieso unbestreitbar. Musikalisch fröhnt man weiterhin einer hoch energetischen Sound-Mixtur, die dieses Mal von Produzentenlegende Adrian Sherwood sehr fein abgemischt wurde. Auch Gastsängerin Sinead O’Connor fügt sich in die wuchtigen Dub-Reggea-Nu-Metal-Songstrukturen harmonisch ein, die Tempowechsel überraschen den ADF-trainierten Hörer gelegentlich. Ein Album jedenfalls, dass in seiner inhaltlichen und musikalischen Stringenz positiv weit von handelsüblichem Geböllere entfernt ist.