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Diese Kollaboration hat es in sich: Borisov, Pionier russischer Experimentalelektronik und Nosova, die sozusagen dritte Generation als berserkernde Schlagzeugerin. Während im weiteren gemeinsamen Projekt Astma die Zeichen auf (freie) Improvisation gestellt sind, haben sich Borisov/Nosova für »Elektrokooperativ« im Geiste Dziga Vertov und seine Doku »Odinnadzaty«/»Das elfte Jahr« (1928) einverleibt. Tatsächlich wird hier eine Art Aktualisierung von Industrial-Taktiken betrieben, die bei abstrakten Rhythmus-Eskapaden à la Clock DVA oder John Waterman ansetzen. Das sonore Rauschen von Borisovs‘ Stimme und die flirrenden Phrasen Nosovas‘ verweben sich zu einem Konvolut, bei dem man schwerst versucht ist, an psychogeografische Desavouierungen im Stile von Chris & Cosey zu denken. Die sich dann immer wieder in Wave-geschwängerte Passagen fürs Headbangen in der Death Disco auftürmen. Siehe etwa »Yellow Train Coming to My Home«, bei dem Swans oder Foetus scheint’s Pate gestanden haben. »Elektrokooperativ« ist definitiv geschichtsmächtiger Sound, der Improv und Electronica sozusagen en passant mitnimmt. Imposant.

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