Tarwater

Dwellers On The Threshold

Kitty Yo

Kann sich noch jemand an den Videoclip zu Duran Durans »Save A Prayer« erinnern? Hier posierten die Teenie-Götter der frühen Achtziger in südostasiatischen Landschaften und versuchten dabei gleichzeitig schnuckelig und abgeklärt auszusehen. Auch der Song selbst klang nach Sehnsucht und Fernreiseprospekt. Einen ähnlich doofen Exotismus strahlt »Dwellers On The Threshold«, das vierte Album des Berliner Duos Tarwater aus. Wenn Ronald Lippok mit stoischem Sprechgesang etwa über den letzten Inkaherrscher Atahualpa (Preisfrage: In wie vielen Popsongs kommt der vor?) sinniert oder die norwegische Performancekünstlerin Tone Avenstroup mehrsprachig »70 Rupies To Paradise Road« vorträgt, harmoniert das mit dem minimalistischen Plucker-Funk so wunderbar, dass man gleich den nächsten Balsaholz-Katamaran nach Rio nehmen möchte. Doch ohne Stimme laufen die Tracks trotz Unterstützung durch akustische Gitarren, Tablas oder Maultrommeln ziemlich schnell ins Leere. Irgendwie könnte man ja fast das Gefühl bekommen, dass Lippok und Bernd Jestram ihrem großartigen Sinn für Pop nicht so recht trauen und eigentlich doch lieber Kunstmucke machen wollen. Lasst das mal schön bleiben, Jungs!