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Die mauretanische Sängerin und Harfespielerin Malouma wurde in eine Griot-Familie hineingeboren, der Weg zur Musikerin war dadurch beinahe unausweichlich. Anfangs dominieren auf »Dunya« von Malouma arrangierte Traditionals, mit Fortdauer der CD wird der Schleier langsam angehoben, dann fließen Pop- und Blueselemente ein. Diese Querverbindungen gehen aber nie auf Kosten der Tradition, die Lieder bieten somit ein Kaleidoskop mauretanischer Kultur, am Schnittpunkt zwischen Westafrika, der arabischen Welt, der Kultur der Berber und dem Sahel: Gesungen wird in Hassania, aufgenommen wurde in Nouakchott, gemischt in Paris. Die Songs erinnern in ihrer feinen Verarbeitung ein wenig an Baaba Maals Frühwerk: Djembe, Gitarren, Trommeln und Tidinit, ein der Laute ähnliches Instrument.
Malouma, die zu Beginn ihrer Karriere von verstockten Griot-Traditionalisten als Erneuerin nicht akzeptiert wurde, ist auf ihrem jüngsten Werk als Komponistin und hervorragende Interpretin wahr zu nehmen und inzwischen längst eine der interessantesten Stimmen Afrikas. Anspieltipp: Das poppige Liebeslied »Mahma El Houb«, dessen einfache, auf wenigen Akkordwechsel basierende schöne Melodie sofort im Gedächtnis bleibt.

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Text
Jürgen Plank

Veröffentlichung
19.11.2003

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