BMMB

»Dirty Seconds«

Harmönia

Gleich drei Singles plus Download-Code beinhaltet diese Zusammenarbeit von Randy Barracuda und Mesak zusammen mit dem Sänger Michael Black Electro. War der Skweee-Funk von Barracuda ja immer schon etwas verbeult, so kommen BMMB jetzt zwar nicht mit einem Neuwagen daher, aber ein gewisser slicker Twist ist schon zu verzeichnen. Dazu tragen auch die Vocals von Michael Black Electro bei, die jegliche New Wave/Synth-Pop- Retromanie gekonnt umschiffen und dabei einen eigentümlichen Bastard erschaffen, zu dem einem vorerst nichts au&szliger Crazy Bitch In A Cave meets James Blake einfällt. So ungewöhnlich sich das hier anhört, so zwingend kommen die sechs Tracks daher. Wir könnten jetzt auch ruhig Skweee-Pop dazu sagen, immerhin gibt es R&B-Anleihen (»Speedy Slow Thing«) und eine Funkyness, die mit »deep« auch nur ebenso unscharf beschrieben werden kann (»Horsepower«) wie mit »sleazy« (»Follow Your Nightmare«, »Codes Of Sweat«). Zudem stellt sich erneut jener Effekt ein, der auch bei Pomazzls »Surplus Ships« zu beobachten ist: Wenn die Singles auf 33 UpM abgespielt werden, klingen die Tracks plötzlich nach verwaschen hauntologischem Post-Dubstep mit einem eiernden Tonbandgerät als Autotune- Ersatz. Auch den Vintage Synth-Sounds, die in ihrer Entstellung zwar noch die Electro-Funkyness einer Prince-Mensch- Maschine (»Dirty Seconds«) durchschimmern lassen, aber ähnlich wie bei Juke dem Posthumanen doch mehr zugeneigt sind als unbekümmerte Sound-Nostalgie zu produzieren, kommen bei jeder Geschwindigkeit gut. Und zu guter Letzt gibt es mit »Huuhka-Eno 2 (The Celtic Stomp)« auch eine quasi echt finnische Techno- Blödelei. Aber eins dürfte zumindest mit diesen sechs Tracks klar werden: Skweee als »Nordic Funk« verhält sich zu Funk wie Finnischer Tango zu Tango.