Der Plan

»Save your Software«

Bureau B.

Der Kosmos schlägt zuweilen Volten, die kaum mehr zu verstehen sind. So beispielsweise in der Entwicklung der elektronischen Tanzmusik. Kurz nachdem die Roboter von Daft Punk ihr Ende bekanntgegeben haben, trauen sich die Fanuks-Roboter hinter dem elektronischen Vorhang hervor und liefern genau die Musik, mit der sie im Jahr 1989 die Prototypen für Daft Punk waren. Die deutsch-japanische Wertarbeit der Fanuks wollte aber den französischen Kollegen nicht die soulrockige Tour versauen und warteten deshalb lieber 30 Jahre mit der Veröffentlichung ihrer Tracks. (Vereinfachte Darstellung des wahren Sachverhalts.) Das ist gelebte europäische und internationale Solidarität. Das Album »Save Your Software« darf als später (oder früher, denn was bedeuten ein paar Jahrzehnte für Roboter?) Meilenstein gelten. Das übliche Plan-Hörerlebnis kommt bei der Scheibe nicht zu kurz, bei dem sich Hörer*innen fragen dürfen, welche Schrauben denn hier in Hirn und Gehörgang gelockert wurden. Überraschend an »Save Your Software« ist aber neben dem verspielten Umgang mit Klang und Musik, wie straight-forward durch die Beats der Dancefloor bedient wird. Die Fanuks laden unumwunden dazu ein, die bionischen Glieder zu schütteln. Die »Avantgarde der Avantgarde«, für die der Plan bekanntlich steht, zeigt sich hier von ihrer beschwingten Seite. Der Plan wäre aber nicht der Plan oder hätte keinen, wenn nicht auch noch ein futurologisches Hörspiel mitgeliefert werden würde, das tiefe Einblicke in die Robotik gibt. Eine Begegnung mit dem bayrischen Vordenker N. Senada inklusive, der zum Zeitpunkt des angeblichen Treffens mit dem Plan knappe zehn Jahre vermisst war oder bereits tot. Nie wurde die Theorie der Unverständlichkeit verständlicher aufgearbeitet. Wer an dieser Stelle verwirrt sein sollte, dem seien weitere sachkundige Informationen zur Bandgeschickte von der Plan an die Platine gelegt, die sich in diesem skug-Interview finden. Leser*innen, die es schaffen, bis zum Ende dieses Interviews zu lesen, befindet sich übrigens mittels Zeitschleife sogleich wieder in den 1980er-Jahren. Da können sie dann versuchen, zu klären, ob es die Fanuks-Roboter gibt, gab oder geben wird. Hinweise bitte unter mitarbeit@skug.at an die Redaktion mailen.