Petra und der Wolf © Lisa Wallerstein

Syn:cope, Gallneukirchen

Am 7., 21. und 27. August 2021 geht das Klangfestival in Gallneukirchen, Wien und Linz über die Bühne. Ein Rückblick auf einen gelungenen Festivalauftakt sowie eine Vorschau auf das Programm der beiden kommenden Wochenenden.

Was sich für Uneingeweihte (auch Linzer*innen) als sehr empfehlenswerter Geheimtipp erweist, ist eigentlich schon ein Klassiker: Seit 2008 gibt es das Klangfestival in Gallneukirchen. 2020 Pandemie-bedingt ausgesetzt – nicht ganz, ein feiner Sampler und ein Zine sind erschienen – findet es 2021 wieder statt. Als multiregionales Triptychon: Vom Ursprungsort Gallneukirchen am 7. August über Wien, USUS am Wasser am 21. August zieht das Klangfestival wieder retour nach Linz in die KAPU am 27. August. Wir berichten über Teil 1 des Festivals und geben einen kleinen Ausblick auf das weitere Programm.

Von Ziegen und Wölfen

Das Ambiente ist liebevoll und skurril zugleich gestaltet: Diesjähriges Logo des Klangfestivals ist eine Ziege der Haustierrasse Fainting Goat, passend zum Motto »Syn:cope«: mit Aussetzern aushalten, synchron, also gemeinsam. Es herrscht entspannte Atmosphäre, nicht zuletzt dank des vorbildlichen Covid-Managements: Geimpft oder PCR-getestet muss man sein, eine entsprechende Liste von Teststellen wurde vor dem Event auf Social Media verbreitet.

Doch weiter zur Musik: Pete Prisons Bosna, in aktueller Besetzung mit Dora Dancer an den Drums, aber immer mit Wiener Würstelstand Blues, eröffnen Open Air im Hinterhof der Location Alte Nähstube die Festival-Tour. Voller Gitarrenklang, jazzy Fender galore, Drums on-point machen alle im Publikum rhythmisiert und froh: Endlich wieder Sound- und Sonnenbaden! Vor der Zugabe das übliche Stück mit Wählscheibentelefon als Mikro. Delicious!

Bosna © Lisa Wallerstein

Was das Line-up angeht, wird ein Wortwitz vermutet, denn die nachfolgende Band heißt Hunger. Und serviert den Soundcheck gleich als Hors d’oeuvre. Christoph Rothmeier und Jörg Hochapfel spielen sich an Schlagzeug und Keys wahlweise Riffs und Breaks zu wie zwei Ping-Pong-Olympioniken. Und wenn der Ball mal danebenfällt und die Berliner Musiker kurz aufgeben wollen, jubelt das Publikum einfach so ausgelassen, dass der Faden wiedergefunden wird. Harte Beats, viel funky Groove und humorvolle Ausschweifungen in den Lyrics werden bereitwillig mit einer Zugabe gekrönt. Da nimmt man gerne die LP vom Määährchandise (Fainting Goat, remember?) mit.

Das gilt auch für den letzten Act des Abends, Petra und der Wolf, der wegen Wolkenbruchs indoor stattfindet. Wo die Wogen der Musik dann alle so überrollen, dass nur mehr getanzt werden kann. Daran ändert auch ein Wechsel der Gitarren nichts (Saiten reißen nunmal auch an feinen Halbakustischen). Apropos, nicht nur Gitarristin Petra Schrenzer, auch Aurora Hackl Timón (Drummer of the Month April 2020, »Backbeat Magazin«) wechselt kurz von ihrem Stamminstrument zum Saxophon und zurück. Nebst Loop und Bass Pedal sind die Songs auch gesanglich allerfeinst. Eingängig und doch ergreifend. Nachhören ist Pflicht, denn der Rest des Reviews hat sich leider vollständig in Euphorie aufgelöst, für weitere Eindrücke checke man das Album »Surface«.

Hunger © Lisa Wallerstein

Triptychon, Teil 2 und 3

Weiter geht’s mit dem Klangfestival am Samstag, dem 21. August in Wien im USUS am Wasser. Auf dem Programm stehen Lesungen und Musik von Fatalismus Spunk und KMT (man darf jetzt schon gespannt sein, »wo der Kaffee ist«) sowie MS Mutt in neuer Kombination an der Gitarre. Außerdem gibt’s eine feine DJ-Line mit Therese Terror und Uli Musa-Rois zum Ausklang.

Am Freitag, dem 27. August wird das Ende der Tour du Sound in der KAPU zelebriert. Auf die Bühne dieser Linzer Institution des guten Untertons kommen G.Never – Laura Hatting live mit neuem Material –, gefolgt von Schtum – ein dynamisches Duo mit Manu Mayr und Robert Pockfuß. Zu guter Letzt wird Žen – ein vierköpfiges Musiker*innen-Kollektiv aus Kroatien – mit Live-Visuals das Publikum in Sehen, Hören und Staunen versetzen.

Link: https://klangfestival.at/