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»Changes« ist das dritte Album des spätberufenen Soul-Sängers Charles Bradley, dem auch der Nome de guerre »The Screaming Eagle of Soul« zugeschrieben wurde. Gerade aber dieses vokale Markenzeichen des Sängers vermag, wenn als Parforceritt gestaltet, den Soul-Fan auch zu irritieren – insbesondere als Mittel der Live-Dramaturgie. Auf dem neuen Album nimmt er seine vokale Vehemenz nun etwas zurück, was gut kommt. Die Band, eine Entourage aus dem Daptone-Hause, spielt in gewohnter Manier den bekannten erdigen, hard-hitting Groove, der inzwischen zur Trademark des Labels wurde, allerdings, wie mir scheint, nicht immer im perfekten Einklang mit dem Sänger. Frühere Alben waren diesbezüglich harmonischer. Das Album beginnt mit einem gospelhaften Bekenntnis zum Home America: »God Bless America« und »Good to Be Back Home«, setzt fort mit einem unsentimentalen Love Song Marke Southern Soul und schwenkt mit »Ain’t Gonna Give It Up« in Richtung Rock mit einer psychedelischen Note. Mit dem Titelsong »Changes«, der Interpretation eines Black-Sabbath-Songs, die auch Lee Fields gut angestanden wäre, bleibt man bei der Southern R&B-Lastigkeit, die auf die US-Rock-Klientel zugeschnitten scheint, was nicht jedermanns »cup of tea« sein wird, so auch »Ain’t It a Sin«. Die nachfolgenden Soul-Hadern sind zwar solide Handarbeit, die große Begeisterung beim Hören kommt (bei mir) aber ehrlich gesagt nicht auf. Entgegen vielen Kritikern ziehe ich die beiden Vorgänger, vor allem »No Time for Dreaming«, das feine 2011-Album mit der Menahan Street Band, vor.

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