BulBul

Bul Bul

Trost

Sturheit und Schwerfälligkeit – essentielle österreichische Güter. Kunstfertiges Mean-Ass-Brauchtum ist auch das was das Universum according to BulBul rockt. Zwar hüllt sich das musikalisch in US-Indietraditionen, vornehmlich Chicago und das Touch and Go-Label, das stoische Gitarre-Bass-Brett von Tar, der Teufelsboogie von Jesus Lizard, das Klanglandwirtschaft von Slint, zerstört und ironisiert aber in Minutenschnelle wieder die eigene ernste Songstruktur. So wird der ewige Melvins-Vergleich in seiner Dichotomie aus Slo?n?Dangerous und Dada-Albernheit erst begreiflich. Die 98er Metallbox war international angesehener Weitestwurf heimischer Indierockpflege. Heute hat sich Herr BulBul, lange zwanghafter Steyrer Multisolist, mit Gesellen an Bass und Schlagzeug gepaart. Die Aufnahmen erfolgten auf der Sommerburg zu Schrattenberg also HiFi, begrast und in entspannt himmelblauer Athmosphäre. Einige Jazzpros (u.a. Richard Klammer von Orchester 33 1/3 und Planet E) gastieren als abgefeimt trächtige Bläsersätze. Und natürlich kommt das dann fetter, präziser, ungeschnörkelter als jede Bul Bul zuvor. Ohne die Solomanie aber halt auch ein wenig vorhersehbarer. Nicht der erwartete alles verschlingende Matmos sondern »nur« eine verdammt coole Platte aus Riffaggression und Ensembleskurrilität. Damn primo enough um auch in ausländischen Lokalen essen zu dürfen.