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Clinic

»Bubblegum«

Domino/Good To Go

Die vier Liverpooler haben ein Faible für OP-Masken, Uniformen und einförmige Verkleidung. Wenn jemand Gleichklang vermitteln will, ist das eine akzeptable Art. Und es passt zum hochlieblichen sechsten Studioalbum. Mit 1970er-Lounge-Sounds und üppiger Instrumentierung, die die finanziell gut gesicherte Produktion unangenehm spürbar macht, geht der Weg über weniger psychedelischen, dunklen Pop, direkt Richtung croonende Eleganz. Das ist nicht zwangsläufig bergab, aber direkt gen Himmel auch nicht. Clinic haben es nie zu absolutem Weltruhm geschafft, wofür Frontarzt Ade Blackburn im Interview im Schweizer Radio diesen Oktober prompt folgende Erklärung preisgibt: »Das Internet ist schuld. Weil über selbiges der Vertrieb so einfach sei, könne ja heutzutage praktisch jede Band Hörer finden«, und das führe dazu, sagt ohne Ironie einer der seit 1999 im Business ist (!), dass die dummen Konsumentlein praktisch ohne jegliche Qualitätskontrolle jeden Schei&szlig saugen würden. Da hätten gute, ernsthafte Produktionen keine Chance! Man habe sich nun dennoch verändert, und nähme sich selbst nicht mehr gar so ernst. Nichtsdestotrotz ginge die englische Kultur den Bach runter, und besser werde es nicht. 

Ja nun, der Mann hat recht. Was sein Album angeht. Das im ?brigen online von Visions über Pitchfork bis BBC brav rezensiert wird, inklusive Streams. Pfft.

Home / Rezensionen

Text
Alice Gruber

Veröffentlichung
19.01.2011

Schlagwörter


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