Various Artists

Beats beyond the Underground

Beats Beyond

Platte des Jahres. Und dabei so etwas banales wie ein NuBeat-Sampler, kaum vereinheitlichbare Assemblage der diversen alternativen Groove-Tendenzchen. Kein wieder auferstandener Gott der Popkultur. Kein trendweisender Frischfisch. Definitiv kein Schlagzeilenmacher und Fashion-Modell. Ist so. So what? Was Eleganz-Label-Chief Jean-Michel hier in zwei prallvolle CD-Seiten knuspert, ist eine prachtvolle, sinnige, zauberhaft fließende Panoramablende durch das Tanzleben nach dem Zusammenbruch der Knopfzwirblerästhetik. Zum Mainstream zu wenig straight gelenkig. Als purer dirtee Underground zu freundlich und weltumarmend. Als Live-Spektakel zu scheißegal dem gegenüber. Pop-Grooves aus den knallvollen Zwischenzonen der Schubladenwahrnehmung. Dresscode ist inexistent. Booty Bass. Post-D’n’B. Intelligent Breakbeat. Wave-Floor. Intelli-Techno. Tucker-Ambient. New Instrumentalism. Die organische Speisefolge macht Grenzen null und nichtig. Rocksäue wie Depeche Mode (im Electronicat-RMX) oder Foetus (im Kid606-Verhau) paaren sich mit den süßen Kerlchen von Fizzarum oder Mouly & Lucinda. Minimalasketen wie Farben stecken im Swingerfieber mit der Kraut-Intelligenzia von To Rococo Rot, mit den ZickZack-BummTschack-Phrasen von Nothingface, mit dem Wärmelhaus von Maus &Stolle. Die Club-Türen sind verriegelt. Time vor Cross-Breeding. Keiner kommt hier ungefickt raus. Eine Blackbox in tänzelnden Blümchenfarben.