ADD N TO (X)

Add Insult To Injury

Mute Records

Elektromorphe Orgiastik, here we go! Phat abgewatscht hatte sie die ver-wire-te Brit-Szene aus Delay-tuckeranten und selbsternannten Labtopgenies im Anfangsstadium: Pressegeile Poserhipster. Rich Kids, die ihre Taschenpennies in gleichermassen sündteure Antiquariat- wie State of the Art-Soundmaschinerien steckten, um dann nur mit halbinspiriert gespielten Megaequipment abzuprotzen. Jetzt watschen Add N to (X) zurück. Erlangte der 99er Zweitling »Avant Hard« bereits weltweiten Pressekultstatus und das Trio den Rang der Butthole Surfers für das auslaufende Klangjahrtausend in der Diffussion digitaler und analoger Soundressourcen, roboto-rockt ihr Neuling den Klettermann in die Alternative Charts. Vorjahreshit »Metal Fingers in my Body« hatte es angekündigt: Öl schwitzender Vocodersex. Treibender Jon Spencer (unzufällig Partner-Act der US-Tour)-Distorto-Beat Rock. Synapsen schmelzende Space Sound Vibrations. Jetzt gibt es noch mehr Voice (-sampling). Noch mehr Groove. Noch mehr gefällig vermantschte Prog, Music Concrete, EZ Listening Verweise. Und vor allem noch mehr Pop Song-Simulation. Neben dem obligaten Roque Nouveau-Arschkick als ob Wendy Carlos Motörhead neu orchestrieren würde (bis zur Glam-Albernheit »Monster Bobby« inkl. Stadionsirenen), gibt es zarte vielschichtige Zwischenspiele wie »B.P.Perino« und die Single »Plug me in«, in der die digital abdriftende »Liebe mit Maschinen machen«-Stimme auf dem lebendig pluckernden Aphex Twin-Soundbouquet die ins Ohr gehende Süße von Air erreicht, ohne durch demonstrativen Retro-70er Nerd-Gestus vorschnell zu verwelken. Street Shopping Date dieses Milleniumsmeisterwerks Anfang November. Bis dahin hilft nur winseln und in den Harddrive onanieren.