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Der mittlerweile in Barcelona lebende und mehrfach ausgezeichnete Japaner Koji Asano scheint einer zu sein, der nie schläft: Er hat eine Homepage (www.kojiasano.com), einen eigenen Verlag, in dem er seit 1995 mehr als 30 Titel veröffentlicht hat, bringt jetzt gleich drei neue CDs auf den Markt und das mit 29 Jahren. Neben Soloproduktionen arbeitet er mit Tanztheatern zusammen und macht Filmsoundtracks. Asano ist einer, der die Elektro-Akustik und Elektronik genauso intus hat wie Neu-Klassische Patterns. »Absurd Summer« ist eine Annäherung an bruitistische Soundscapes, eine elektrifizierte Stahlsymphonie in rund 30 Minuten, die keine Gelegenheit zum Luftholen bietet. Kein »Japanoise« sondern Verfremdung concrèter Rhythmiken, »prepared pianos« mit Endlos-Distortion. Dafür kann die Aufnahme »Gondola Odyssey« als Antidot herhalten, die in sphärischen Drone-Tönen zum Abenteuer Kopfkino einlädt. Auch hier hält sich Asano wohlweislich zurück, nicht dass er in minimalistische Strukturen verfiele, sondern es ist eine Reduzierung auf das Wesentliche. Und dazu reichen oft wenige, dafür gut durchkomponierte Layers. Und schließlich, um den Zyklus zu verkomplettieren, das 19-minütige »Piano Suites« – mit dem famosen Untertitel »Fitness Club No. 1-20«: Ein Solo-Klavier-Stück von Isao Otake, dem langjährigen Partner Asanos, das an etüdenhafte Scores für Stummfilme denken lässt. Hier tut sich eine interessante Konstellation auf: Bei derartig komplexer Musik würde man sich eher Digipack-Schuber o.ä. erwarten, stattdessen ist das Artwork sehr reduziert, vermittelt eher den raschen Gebrauchswert des CD-Formats. Eine Asano-Scheibe gehört in jeden Haushalt.

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