Andreas Matthias Pichler

»A Waltz Of Our Hundred Kids«

Indigo

In der Jazzszene bekannt wurden die Tiroler Zwillinge Andreas und Matthias Pichler vor allem als Rhythmusduo für Wolfgang Muthspiel. Bereits als Kleinkinder sollen die 1981 Geborenen, die sich für »A Waltz Of Our Hundred Kids« (AWOHK) kurz Andreas Matthias Pilcher nennen, mit selbstgebastelten Klangkörpern experimentiert haben, woraus sich ihr beinahe symbiotisches Zusammenspiel entwickelt haben dürfte. Minimalistisch ist das Instrumentarium auf dem Autoren-Lied-Debüt der Pichler-Twins: Banjo und Schlagzeug (Andreas) sowie Kontrabass (Matthias) und Gesang von beiden. Ausschließlich in englischer Sprache gesungen sind die acht Songs, die ungewöhnliche Kreuzungen aus Singing/Songwriting und einem Bass, der knorrig den Jazz mehr als nur andeutet. Die Inspiration für diesen delikaten Mix haben sich die weitgereisten Wahlberliner wohl aus der amerikanischen Folk-Tradition geholt, kombiniert wird diese sparsam mit Folklore aus dem Alpenland mit harmonischem Duettgesang, der Erinnerungen an Simon&Garfunkel weckt, und jeder Menge anderer Referenzen. Dabei klingen die mal dichter, mal transparenter arrangierten, stimmigen Songs mit ihren ungekünstelten Texten bei aller musikalischen Virtuosität immer entspannt und unangestrengt. Die Stücke sind auch höchst unterschiedlich, was es noch schwieriger macht, ihnen verbal auch nur ansatzweise gerecht zu werden. Und deshalb ist AWOHK ein luzides, zwischen allen Stühlen angesiedeltes Album, das Hörgewohnheiten im besten Sinn ins Wanken bringen kann.