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Jacaszek

»Glimmer«

Ghostly International

Am Anfang ist es ganz still. Erste Töne verflüchtigen sich nach zögerndem Erklingen wieder. Nur ganz langsam entwickelt sich dann eine brüchige Balance zwischen akustischer Gitarre, Streichern und dezent gesetzten elektronischen Texturen. Nach wenigen Minuten schlie&szliglich taucht man ein in ein Becken zarter Klangwelten, die in solcher Schönheit lange nicht zu hören waren. »Goldengrove«, das erste Lied auf Michal Jacaszeks neuem Album »Glimmer«, gibt die Richtung dieses wundervollen Werks vor. Der polnische Musiker präsentiert darauf zart dahingetupfte Songskizzen, die mal in ihrer Zurückgezogenheit verharren, mal sich zu Soundskulpturen elegischer Intensität aufschwingen. In seiner dem frühen Mike Oldfield nicht unähnlichen Formensprache macht Jacaszek jedoch nicht den Fehler, den Songs zu viel aufzutragen. Jeder Ton auf dem rein instrumentalen Album »Glimmer« ist genau dort gesetzt, wo er benötigt wird. Die elektronischen Klanglandschaften, die sich zur klassischen Instrumentierung (akustische Gitarren, Cembalo, Klarinette, etc.) gesellen, verfeinern das Album und verstärken in den Momenten des Ausbruchs dessen kaskadenartige Dichte. »Glimmer« ist der Soundtrack zum schönsten Film der noch nicht gedreht wurde.

Home / Rezensionen

Text
Gabriel Mayr

Veröffentlichung
27.12.2011

Schlagwörter

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