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Stolen Kidneys

»Melankolia«

Bloodshed666 Records

Vielleicht ist ja Melancholie eine Grundstimmung in Nordfinnland. Die Stolen Kidneys aus Oulu artikulieren ihren Weltschmerz allerdings nicht als schwermütig-romantisches Trübsalblasen. Ihr Noise-Rock klingt auf dem dritten Album vielmehr nach vitaler Konfrontation. Ein Flaschenwurf mit Selbstgebranntem in Richtung scheiß Welt. Welch unangenehme Gemütslagen genau Shouter und Texter Christopher durchmisst, verrät die englische Übersetzung der sieben auf Finnisch geschrienen Songs. Musikalisch zeigt sich das 2009 gegründete Quartett als veritabler Fanclub von The Jesus Lizard und Artverwandten. Gitarrist Jari operiert mit scharfer Klinge, deren klirrend-klarer Sound eindeutig von Duane Denison inspiriert ist. Auch Bassist Heikki und Drummer Antti pflegen präzise Rhythmusarbeit. Christopher gibt weniger einen schelmischen David Yow, sein Organ ist näher an Nihilisten wie Mike Williams von Eyehategod dran. Das insgesamt kurzweilige Album hört sich jedenfalls verdammt laut aufgenommen, mit ordentlich Punch an: »Raakaa voimaa«! Was »Raw power« heißt. Stark ist auch die Underground-Kooperation mehrerer kleiner Labels, die das Album auf Vinyl veröffentlicht haben. Hierzulande ist Bloodshed666 Records, das Label der ähnlich zartbesaiteten Wiener Desolat, zuständig. Hoffen wir auf baldige Gigs der Stolen Kidneys in unseren Breiten.

Home / Rezensionen

Text
Peter Kaiser

Veröffentlichung
13.07.2026

Schlagwörter

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