Fatoni geht auf seinem neuen Album »Drama endet nie« den grazilen Pfad zwischen Anfängen und Enden. Der Opener »Alles neu« hat kein Peter-Fox-Selbstbewusstsein, sondern das Erkennen, dass mit jedem Ankommen ein Ende einhergeht und somit auch Neues beginnt. Deshalb resümiert Fatoni: »Nichts ist so beständig wie Veränderung.« Auch auf dem Titeltrack werden mit Lakmann-Feature auf einem Old-School-Beat alte Muster dekonstruiert: »Scheiß mal auf Jay-Z, denn es ist andersrum / Die Welt hat 99 Probleme und jedes hat mit ’nem Mann zu tun.« Auf »Geld ist geil« wird auf einem prolligen Beat mit Gregor-Gysi-Interlude die Wut über eine fehlende Vermögenssteuer mit der Empörung über die hohen Dönerpreise gekoppelt. Fatoni nimmt sich einer omnipräsenten Hinterfragung an, mit immer derselben Antwort: Geld ist Macht und wenigen vorbehalten. »Wann werd’ ich endlich ausgetauscht?«, fragt sich wohl nicht nur Fatoni. Die KI soll bei ihm die Zwischenmenschlichkeit übernehmen, bspw. einen Streit, weil man das Salz vergessen hat – eine Referenz auf den Song »Romcom« mit Mine, die auch auf diesem Album in »Lange nicht mehr gut« Fatonis Trennungsvorwürfen entgegenwirkt und die Gegenperspektive aufzeigt. Ganz andere Töne schlägt »Vergissmeinnicht« an. Im Verarbeitungszustand nach einem Beziehungsende beschreibt Fatoni einen gesunden Umgang mit der Situation. Die schönen Erinnerungen existieren. Die Traurigkeit kommt besonders im zweiten Part heraus, ebenfalls das Wissen darüber, dass das Bewältigen dauert. Auch in menschlichen Beziehungen wird die Beständigkeit des Wandels betont: »Jeder Mensch hat das Recht, sich zu verändern.« Fatoni liefert ein rundes Album, das wütend ebenso wie traurig kann, gespickt mit einer optimistischen Weitermachen-Attitüde. Ob man(n) das Wort »Hurensöhne« dafür benutzen muss, ist zu hinterfragen. Für Fatoni geht es jedenfalls zunächst auf große Tour, die ihn am 22. September 2026 auch in die Arena Wien bringt.
Fatoni
»Drama endet nie«
FLOL Records
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