Othmar Plöckinger, als Act kurz & schnurz Plöckinger, hat bereits sechs Alben veröffentlicht, sein siebentes hört auf den Titel »Nightly«, wenngleich ein anfänglicher Lesefehler des Autors zu »Nightfly« auch gleich suggerierte, dass die Nacht als Konzeptgeber fürs Songwriting fungiert. Die Vertonung von Gedichten von Joseph von Eichendorff (»Nachts«) oder Johann Wolfgang von Goethe (»Der Totentanz«) ist problematisch, nicht nur wegen der deutschen Sprache, sondern auch wegen der Vortragsweise. Doch die Adaption von Alfred Tennysons Ode »Dark House« bezeugt, dass eine der Stärken Plöckingers in symphonischen Breitwandsounds liegt. Auch der Opener »Nightly« und Track Nummer Drei »Nightmare«, beide von großartigen Frauenstimmen getragen, können mithalten. Nach den Remakes deutscher Lyrik verliert das Album etwas an Fahrt, klingt folkiger, und wenngleich die weiteren Lieder nicht mehr an die Strahlkraft der ersten Songs heranreichen, kennzeichnet auch diese ein gewisses Etwas. »Equinox« becirct kammermusikalisch als Nahezu-Instrumental-Nummer und ein Sonnenuntergang »Am Stadtrand« wird im Mundart-Idiom zum einzigartigen Ereignis, das nicht bei neuartigem Austropop andockt, sondern in der Twilight Zone für sich allein steht. Überraschenderweise gelingt es Plöckinger und seinen Salzburger Musiker*innen, ein Album lang einen gewissen märchenhaften Zauber zu verströmen.
Plöckinger
»Nightly«
Timezone Records
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