Am 21. April 2026 fand der erste Salon skug des Jahres statt. Im Wiener Loop sprachen Aktivist*innen von St. Marx für Alle! mit skug-Autorin Ania Gleich und skug-Chefredakteur Frank Jödicke. Der Anlass: Keine zwei Wochen zuvor war das Gelände im dritten Gemeindebezirk ohne Vorwarnung unter Einsatz der WEGA mit Baggern geräumt worden. Was ein Jahrzehnt lang in kollektiver Arbeit entstanden war – Gemeinschaftsgärten, ein Skatepark, ein DIY-Spielplatz, gelebte Nachbarschaftsinfrastruktur –, wurde in Stunden zerschlagen.
Salon skug April 2026 im Loop © Georg Harfensteller, Frank Jödicke
Die Aktivist*innen berichteten über ihre Erlebnisse am 9. April 2026. Es gehe um mehr als den Verlust von Holz und Beton, nämlich um das Ende eines selbstorganisierten Freiraums in einer Stadt, die sich gerade für den Eurovision Song Contest als weltoffen und bunt herausputzt. Die Fragen, die der skug Talk aufwarf, blieben im Raum stehen: Warum der Abriss statt des Dialogs? Warum zerstören, was niemand stört? Und wie viel wildwüchsige Stadt will Wien jenseits der Hochglanzbroschüren haben?
Nach dem skug Talk übernahm Tobias Pöcksteiner alias Maria Magdalena die Bühne. Pöcksteiner, der in seinem Vorleben Stoner Rock gespielt, Kontrabass studiert und Theatermusik für die Bregenzer Festspiele komponiert hat, hat sich das Songwriting im Lockdown selbst angeeignet. Man hört, dass er dabei nicht nach dem kürzesten Weg gesucht hat. Seine Arrangements sind aufgeräumt, seine Texte drehen sich um Angst, Aufwachen und echte Haltung. Im Loop funktionierte das gut: ein Soloprojekt, das auf der kleinen Bühne genau die richtige Größe hatte.
Mit Alexa Lopez beschloss eine Sängerin den Abend, die Latin-Folk, R’n’B und Pop zusammenwirft. Ihre Stimme trägt etwas Schweres, ohne zu drücken. Im intimen Rahmen des Loop kam das besonders gut zur Geltung. Dass sie für ihre aktuellen Auftritte monatelang Heels-Training absolviert hat, um Authentizität nicht nur zu behaupten, passt ins Bild einer Künstlerin, die Dinge zu Ende denkt.
Was den Salon skug ausmacht, zeigte sich auch diesmal: Die Kombination aus politischem Gespräch und künstlerischem Programm ist keine aufgesetzte Klammer, sondern ein echtes Prinzip. Wut über Stadtpolitik und Freude an selbstbestimmter Kunst kommen aus derselben Quelle. Das Loop war an diesem Dienstagabend ein kleiner Beweis dafür, dass solche Orte – und solche Abende – gebraucht werden.

Das nächste Mal sehen wir uns am 21. Mai 2026 im Rundpunkt 11 (Gaußplatz 11, 1200 Wien). Hier laden wir zu einem skug-Doppelevent: Ab 16:30 Uhr findet der Auftakt-Event zu unserer Jahresartikelserie ABC der »Kulturkämpfe« statt – ein offener Workshop mit freundlicher Unterstützung der Erste Stiftung. Ab 19:30 Uhr starten wir in den Salon skug × Rundpunkt 11 mit Konzerten von Ana Schena Ois Da Aundare und Club der Harmonie. Mehr Infos folgen bald.





















