Antenne

#2

Korm Plastics

Antenne sind Kim G. Hansen und Marielouise Munch aus Dänemark. War »#1« noch ein dem TripHop in seiner klassischen Portishead-Plagiat-Wettbewerb-Schule nahe stehendes Debut, das dennoch seine wunderbaren Momente hatte, setzen Antenne nunmehr noch stärker auf Reduktion. Repetitive Soundschnipsel werden plötzlich von einem Gitarrenakkord gekreuzt, Streicher und Bläser, die bei anderen Bands in ihrer Zurückhaltung gar nicht näher wahrnehmbar wären, sorgen hier für emphatische Höhepunkte. Kaum zu glauben, dass wenig so viel sein kann. Wahrnehmungsästhetisch würde ich sagen, das Album ist eine entfernte Verwandte von Beth Gibbons Solo-Album »Out Of Season«, bloß, so unglaublich das auch sein mag, noch sehr viel langsamer. Und wie auch bei Beth Gibbons steht das Ganze unter einem klaren Ja zum Song (in speziellem Format, versteht sich): Man covert Nick Drake – und wird von der Bearbeitung seines »Black Eyed Dog« in Kürze auch ein Remix-Album nachreichen – und verliert sich lieber in der Weite tonaler Langsamkeit, als auf Refrains und Zeitlimits zu achten. Ein Album, dem man gerne breite Aufmerksamkeit wünscht.