Flaming Lips

Yoshimi battles the Pink Robots

Warner Bros

Ab in den Isolationstank voll blitzbunter Wattebäusche. Ich und meine imaginären Freunde, 48 Stunden Telefonieren nach Hause. Man mag sich Wayne Coyne unter seiner Blumenschlafdecke vorstellen, wie er Abend für Abend das überlebensgroße, krass schwarzweiße James Stewart-Plakat auf seiner Kinderzimmertür anstarrt. Wie dann die Drogen wirken und Lovecraft?sche Lichttentakel aus den Ärmel schlüpfen. The all american schizoid Loverman! Die Motive aus Kuschelekstase, Naivität, Schuld und christlicher Reue samt Bußgang durch das Neverneverland sind ja kontinuierliche Inhaltsorgel bei den Lips. Da wundert es wenig, dass sich ihre neue College SmashPop-Sensation (Und, bei Gott, das ist sie geworden! Die fliegenden Erdbeerfelder dieser Welt sind mein Zeuge!) als Konzeptalbum auftritt – es erzählt vom Kampf der kleinen Yoshimi gegen Roboterinvasoren in der maschinellen Identitätskrise. Das Fleisch, die Unschuld, die ins Alter verwachsende Kindlichkeit siegen so sicher, wie sich Cat Stevens und LSD-Ära Beatles tief in die psychedelischen Schunkelmelodien eingenistet haben. Yoshimi ist dann auch die echte von den japanischen Rockorgiastikern Boredoms, darf sogar drei Instant-Schreie und Kickbox-Geklatsche liefern. Doch das ist schon Höchstmaß an Aggression in dieser kunterbunten Rappelkiste lullfreudiger Mitsingeuphorie. I don?t know where the sunbeams end and the daylight begins. I don?t know how a man decides what?s right for his own life – it?s all a mystery. Auf ewig Bälger mit großen Augen, gehen die Lips nun vollends in sanftmütigem Wahnsinn auf und liefern ihr fünftes Meisterstück nach der Reihe. Und das sie inzwischen zu singen gelernt haben, wird ihnen auch die irdische Welt danken.