La Défense

»Words You'll Never Say«

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Es liegt in der Natur der Popmusik, dass zu verschiedenen Zeitpunkten verschiedene ihrer Erscheinungsformen als das next big thing gepriesen werden. Doch so oft sich Fortuna auch entscheidet, ihr Hype-Füllhorn an neuen Orten auszuschütten, es ist schon eine Weile her seit sie zuletzt Musik des Zuschnitts begünstigte, wie sie La Défense auf ihrem neuen Album kredenzen. Sollte die Steyrer Band mit »Words You’ll Never Say« den Durchbruch anvisiert haben, so hätte sie es damit vor geschätzten zehn Jahren leichter gehabt. Nun ist es allerdings an den Kritikern, den Wert eines Albums von der Mode entkoppelt festzustellen. Und da hat »Words You’ll Never Say« doch einiges zu bieten. Die klavierbetonte Platte wird einerseits vom Geist des Superlativ-Rock à la Muse getragen, neigt andererseits aber auch zur mollgetragenen Nachdenklichkeit solch unterschiedlicher Bands wie Radiohead oder Coldplay. Dominik Pandelidis, der Mann hinter La Défense, hat noch dazu ein beeindruckendes Gespür für Melodien und Hooklines. Sein Können schlägt sich in den besten Momenten in dramatischen Mini-Epen (»Day By Day«, »What Do We Know«) oder astreinem Indie Pop (»Here Before«) nieder. Heikel wird es dann, wenn die Bezüge auf oben genannte Bands allzu offensichtlich werden. »Icarus« etwa orientiert sich über Gebühr an Coldplay. Wenn das Ganze dann auch noch mit an der Schmerzgrenze schrammender Befindlichkeitslyrik einhergeht, braucht es schon viel guten Mut. Dennoch ist »Words You’ll Never Say« ob der Stärke der Songs insgesamt ein gutes Album und könnte für La Défense das Ticket zur österreichweiten Bekanntheit werden. Möge die Hype-Göttin mit ihnen sein.