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Constellation

Ja Ja, es wird langsam die Zeit des Jahres. Auch an Untergrundlern wandert die Christgeburt nicht vorbei. Vielleicht nicht als weihnachtliche Frömmelmette inszeniert, als sakralästhetisches Gesamterleben zweifellos. Das Fivepiece bis Septett Kammerimprovisation from Indierockhausen, Toronto trötet und swingt sich zum vierten mal durch eines der begnadetsten Stücke New Instrumentalism wie es den Globus seit zehn Jahren nicht wenig überdeckt. Das Feingefühl und die jazzgeschulte (hier Monk und wieder mal Mr. Miles) Ziselierung freilich beherrscht kaum einer, steht sie doch hier auf einer Kante mit den boppenderen Tortoise-Stückerln, der nach wie vor epochalen Handwritings-LP der Rachel’s und dem gut countryesken Geist der Eleventh Dream Day. In drei Hymnen in jeweils wiederum drei Steigerungsetappen, herrschen kleine gewitzte Dramaturgien vor, die zum Schluß richtig dick auftragen können (wie mit den triumphalen Soulbläsern im psychedelischen Canterbury-Bett von »Ontario Plates«), ohne dass das groß im Gesamtfluß anecken würde, wie das ungelenke Protzsongwriting, in das sich Godspeed you! Black Emperor letztens verzettelt haben. Überhaupt scheinen DMSY sich als neuer Labeldiamant von Constellation zu kristallisieren, nachdem der Rest (Silver Mount Zion, Polmo Polpo) derweil Richtung Hippiekack abdampft. Was sagt man da? Righty right. Tally Ho und noch ein frohes Fest!