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Schon bevor Flugzeuge in die Twintowers des World Trade Centers krachten, war der 11. September ein historisches Datum: Am 11. September 1973 wurde Salvador Allende, der erste demokratisch gewählte Präsident Chiles, von Militärs ermordet. General Augusto Pinochet übernahm die Macht. Zum dreißigsten Todestag bringt das französische Label Last Call einen Sampler zum Gedenken an Allende heraus: Die meisten Stücke stammen von den chilenischen Liedermachern Angel Parra und Victor Jara, die für kritisches, politisch engagiertes, meist nur mit Gitarre instrumentiertes Songwriting stehen. Ein Stück Angel Parras heißt »Compañero Presidente« – der Präsident als Mitstreiter des Volkes. Jara und Parra gehören zu jenen Künstlern, die während Pinochets Diktatur ins Exil vertrieben wurden.
Das Eröffnungsstück »Presidente« (von Hak & Mouss und Parra interpretiert) liefert jene Kombination, die man seit Manu Chao schätzt: O-Ton, Latino-Klänge in Verbindung mit Beats und einem mantraartigen Chor: »El Pueblo Unido«. El Pueblo (das Volk) – ein Schlüsselbegriff für alle sozialen Kämpfe in Lateinamerika. Die letzten Worte Allendes, die er am Tag des Putsches via Radio an seine Landsleute richtete, sind als letzter Track festgehalten. »Ich glaube an Chile und sein Schicksal«, sagte Allende damals. Allein die Dokumentation der Rede Allendes rechtfertigt für Interessierte wohl schon den Kauf dieser CD.

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Home / Rezensionen

Text
Jürgen Plank

Veröffentlichung
24.07.2003

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