archive-image-placeholder-v2

Der junge zornige Mann murmelt, knurrt, wehklagt, zusammen gekrümmt, aber stehend am vorderen Bühnenrand. Ein Tanzchor Behinderter illustriert seinen Seelenzwist mit selbst gebastelten Chören aus Engeln und Dämonen. Ein Glockenspiel bimmelt aus dem schwarzen Nichts des linken hinteren Bühnenrands. Es kommt zerhackt, zerstört, von Laptop-Endlosschleife. Plötzlich ein Bläserchor aus dem Orchestergraben, der trunken schicksalergeben die Stimme einkreist. Das Damoklesschwert aus Pappe senkt sich zitternd von der Decke und spaltet ihm in zärtlicher Slow Motion die Schädeldecke, während tanzende Feen tirilieren, Nelken aus dem Hirngeschmadder erwachsen. Efterklang heißt Todesballade mit Sergeant Pepper-Opulenz. Isländisches Indie-Rock-Sphärenschippern Marke Sigur Ros und Múm, gepaart mit symphonischem Größenwahn und dem traumseligen Schöngeist des Kapitalsäufers wie Arab Strap. Dabei sind’s sieben Kiffjungs from Kopenhagen, die Wagner als grandios aufgeblasenes Lumpenspiel inszenieren. Und die Blockflöte ward Notung geheißen!

favicon

Home / Rezensionen

Text
Paul Poet

Veröffentlichung
20.06.2007

Schlagwörter

Scroll to Top