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In Senegal ist El Hadj N’Diaye längst ein Star. Auf seiner neuen CD singt er meistens in Wolof, einer der wichtigsten Sprachen Westafrikas. Der Titel »Thiaroye« bezeichnet jenes Slumviertel in Dakar, in dem El Hadj N’Diaye lebt und arbeitet. Anders als viele seiner Landsleute hat er sich dafür entschieden, in Senegal zu bleiben und mit seinen Liedern denen eine Stimme zu geben, die sonst keine Stimme haben – das in französischer Sprache vorgetragene »Sans Voix« belegt diesen Ansatz; Zapatismus in Afrika gewissermaßen. Im Booklet schreibt Luigi Elongui: »El Hadj vereint die Schule der Straße und die der Tradition.« Wahrscheinlich wirkt es genau deshalb authentisch, wenn er über Urbanisation, Aids und Armut singt. El Hadj ist ein Troubadour, der die Griot-Tradition mit Hirtengesängen der Region verbindet. So kommen sehr intensive Protestlieder oder zarte Liebeslieder heraus. Vergleicht man international, fällt einem Kubas Silvio Rodriguez oder Südamerikas Mercedes Sosa ein. Eindeutige Empfehlung.

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Home / Rezensionen

Text
Jürgen Plank

Veröffentlichung
22.04.2003

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