Guy Klucevsek

The Heart Of The Andes

Winter & Winter

Des großen Mannes zweiter Streich am Schweizer Renommierlabel. 22 Stücke lange glänzt der frühere Mitspieler vieler NY Downtown Avantgardisten wie John Zorn, Fred Frith, Laurie Anderson und anderer. Glänzen, ohne dabei mit übertriebener Virtuosität zu blenden. Improvisiert wird vielleicht anderswo, im Herz der Anden sicher nicht. Nebst eigenen Kompositionen sind unter anderem Stücke von Dave Douglas (Variety) oder Dmitri Shostakovich (Auszüge aus: 24 Preluden und Fugen für Piano) zu hören. Klucevsek spielt gekonnt mit den sein Instrument belastenden Stereotypen. Er bemüht diese, wenn der Hörer sich auf bekanntem Terrain wähnt, kommt meist die Kehrtwende – die aber keineswegs die Antithese zu den zuvor gehörten Walzer- Polka oder Straßenmusikklängen ist, vielmehr Bestätigung und Erhöhung.
Immer mit Blickrichtung Musikalität, welche hier weit wichtiger ist als Virtuosität.
Richtiggehend schön ist diese Platte, vielschichtig, voller rhythmischer Überraschungen, die sich unter ostinaten Bässen verstecken, voller impressionistischer Klangbilder.