archive-image-placeholder-v2

C?n`C-Partygluckern streng und straight aus dem Powerbook gehülst. Jan Jelinek, unüberhörbar Berliner by choice, gilt mit seinen pulverisierten Ex-Jazz-Partikeln und rundum auf nüchterne Chillgroove-Flächen reduzierten Soul-Mikroben als einer der neuen deutschen eTronica-Overlords. Mag es die Flucht vor Copyright-Klagen, die natürliche Vorwärtsentwicklung einer Musik ins Feinspiel oder einfach eine technische Belastungsprobe sein, in die detailwahnwitzige Arbeitswelt von Jelinek folgt kaum einer nach. Das kommt auch oft spröde und trocken wie die Zwangslektüre des »Tractatus Logico-Philosophicus«. Bei längerer Sound-Fixierung enthüllt sich aber ein Klangmeer hinter vordergründig dezent vertrackter Minimalia. Ausrichtung geht nach Pseudonym: Der originale J.J. hat mit den gewandten Urban-Dub-Tuckereien seiner »Loop Finding Jazz Record« weltweite Feuilletonliebe geerntet. Gramm gab sich da schon solo-symphonischer. Farben ist in Releases gemessen die längste und verträglichste Auftrittsform. Da wird das Zerebralsystem auch mal konkret angefunkt, das Micro-House ohne wenn und Verstecke offen wie ansteckend durchgezogen. Frugaler, aber unterspielender Wolfgang Voigt in der Disko Chicago. Eine Extraktsammlung der mittlerweile sechs Klang-12″s. Und als solche keinen Cut unter essentiell.

favicon

Home / Rezensionen

Text
Paul Poet

Veröffentlichung
27.08.2002

Schlagwörter


Scroll to Top