Tanz, Trance, Schlaf

Wimme Saari stammt aus Nordfinnland und ist dem Sami-Volk zugehörig, dessen traditioneller schamanischer Gesang heißt Joik.

Auf seinem vierten Album »Barru« (Ixthuluh) stellt Wimme Saari Joik-Gesänge in einen Kontext mit Keyboards und elektronischen Sounds, dazu werden diverse Saiteninstrumente gezupft, von B wie Banjo bis U wie Ukulele.In Kombination mit der Polarnacht kann man sich gut vorstellen, dass die Alten in Trance fallen und die Jungen in Zungen reden – sehr spirituell.
Traditionelles aus Mexiko versammelt »La Huasteca« (harmonia mundi) – Tänze und Huapangos. Die Huasteca ist jene Region am Golf von Mexiko, die sich von Tamaulipas bis nach Veracruz im Süden erstreckt. Afrikanische und europäische Musikeinflüsse stehen mit indigenen in Verbindung, gesungen wird im Falsett – an Instrumenten sind die Quinta, die Jarana und Violinen zu hören. Für Latinofans und Musikethnologen gleichermaßen interessant.
Ebenfalls aus Mexiko stammt Claudia Martínez, die ein Wiegenlied aus Guerrero (»Arriba Del Cielo«) interpretiert, das sich auf der wunderschönen Kompilation »Dreamland« (Putumayo/Hoanzl) neben Gutenacht-Liedern aus der ganzen Welt findet. Die CD strömt große Ruhe aus und macht mittels Beiträgen aus Japan, Brasilien, Australien usw. klar, dass irgendwo auf der Welt immer Schlafenszeit ist. Anspieltipp: Erik Mananas getragenes Lullaby-Chanson aus Madagaskar. Einschlafen erwünscht. Gute Nacht, Jim-Bob!
Apropos Bob: Eine Tribut-CD an Bob Dylans wichtiges »Blonde On Blonde«-Album ist bei Telarc erschienen: »Blues On Blonde« (Telarc/Edel). Sue Foley, Joe Luis Walker und andere covern Dylans Scheibe – und auch C.J. Chenier ist mit seinem Akkordeon dabei. Ungewöhnlich, gelungen und deshalb spannend und empfehlenswert.
OLIVER MTUKUDZI, der sanfte und kraftvolle Poet aus Simbabwe, ist seit mehr als 25 Jahren nahe am Alltag der Menschen: Er singt über Bauern, Arbeit oder Krieg. »The Tuku Years« (Putumayo/Hoanzl) ist eine ebenso schwung- wie eindrucksvolle Zusammenstellung von Liedern eines der wichtigsten Afro-Popsänger, die durch die Live-Version von »Hear Me Lord« schön abgerundet wird.
»French Carribean« (Putumayo/Hoanzl) präsentiert bisher eher verborgen gebliebene Seiten kreolischer Musik – Compas aus Haiti und Zouks aus Guadeloupe und Martinique, dem einst französischen Teil der Karibik. Die Musik der Inseln wiegt sich in bunter Leichtigkeit. Das Sopransaxofon im Stück des Banjo-Virtuosen Kali aus Martinique (»Parfum des Iles«) und die Piano-Lines deuten an, dass Kuba ums Eck liegt und die Nachtclubs in Paris auch nicht aus der Welt sind.
Auf »Salsa Around The World« (Putumayo/Hoanzl) lassen sich Bands aus so grundverschiedenen Ländern wie Griechenland, Haiti, Marokko und Indien (!) von Salsa zu weltumspannender Party-Stimmung inspirieren – »Ruñidera« der finnischen Gruppe El Septeto ist in diesem Fall der chillige Anspieltipp! Zum Einschlafen und Chill-Out ist auch »So Real« geeignet, weil hier akustische Worldmusic gebündelt wurde – etwa von Simentera (Cabo Verde) und Bévinda (Brasilien).

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