(Smog)

Supper

Domino/Drag City

Bill Callahan veröffentlicht ein neues Album und der geneigte Hörer hat ein Rätsel – Wo wird das enden? – mehr; das er lösen kann, so er will, oder es einfach unbefragt genießen. Die legendären Low-Fi-Anfänge weichen zunehmend ausgefeilten Arrangements, so scheint es. Und seit nunmehr drei Alben lässt Callahan sein Projekt in Klammern setzen. Einfach so, weil der Name seiner Bedeutung verlustig gegangen wäre, meinte Callahan. Diese Rücknahme des Namens begleitet eine gleichzeitige Öffnung des Songwritings und eine Öffnung für die Möglichkeiten der Produktion. Nach wie vor großartig sind die Texte (um von der Stimme mal ganz zu schweigen). Auf »Supper« setzt Callahan verstärkt auf Steelgitarre und weibliche Zweitstimme. Auf die ersten Durchläufe hin mag alles vertraut klingen und sich vielleicht gar die Befürchtung einschleichen, dass sich hier jemand auf hohem Niveau um die eigene Achse dreht, die vergleichbar vor allem mit »Rain On Lens« gedrechselt wurde, mit zunehmender Vertrautheit aber entblößen sich die Nuancen des Albums, insbesondere die Art und Weise, wie die Arrangements rund um die Stimme aufgebaut wurden. Eventuell etwas zu viel Konzept in der Platte, dennoch ein Dauerläufer.