Guitar / Populous

»Sunkissed« / »Quipo«

Morr Music

Es klingt wie ein Kochrezept: Man nehme sieben Konservendosen voll mit stoischen, krachigen LoFi-Beats und lasse pro Track jeweils den Inhalt einer solchen stur im Hintergrund rumpeln. Darüber lege man eine Armada von durch zahllose Delay- und Reverbpedale gejagter, übersteuerter Gitarren Marke My Bloody Valentine, packe diese dicht gelayert übereinander und lasse sie in Endlosloops nach vor und wieder zurück laufen. Und für die allfälligen Melodiebögen borge man sich eine ordentliche Ladung dahin gehauchter weiblicher Zuckerwatte-Vocals. Frisch und sehr effektvoll präsentiert sich in diesem Fall das fertige Produkt und der die Anonymität schätzende Herr aus dem deutschen Sauerland fällt mit der detaillierten und angenehm krachigen Produktion von »Sunkissed« äußerst positiv aus dem Rahmen.
Auch Andrea Mangia aus dem südlichsten Zipfel in Italien ist ein weiterer junger Mann, der sich dem computerunterstützten Generieren von weitgehend harmloser aber durchaus hörenswerter Knister-Elektronik unter dem Pseudonym Populous verschrieben hat. Knackige, oft dubbige Beats unterlegen auf seinem »Quipo« betitelten Debüt die relaxten Bassläufe, sehr fein produziertes, elektronische Brutzeleien prasseln wie heiße Metalltröpfchen auf warme Melodien und blubbernde Elektronik. Abstrakt und organisch halten sich in diesem Fall elegant die Waage, und außerdem ist es hier mit den Wörtchen »IDM« alleine noch lange nicht getan.