Josef Dvorak

»Sous l’Arbre de Science«

WKN

Josef Dvorak feat. Fuckhead & Der Blutharsch and the Infinite Church of the Leading Hand: Invocation of a geriatric Satansbraten. Josef Dvorak, der Mann mit schwarzer Kute und weißem Bart, ist über 80, führender Satanologe des deutschsprachigen Raumes, Experte in Sachen Aleister Crowley, OTO und AAO, also allen Dingen mit Hörnern, nackten Sauereien und kratzhumoriger Subversion. In erster Linie aber ist er der Ersthofierer des Wiener Aktionismus, der weiland Nitsch, Mühl, Brus und Schwarzkogler in den 1960er Jahren den ersten Galeriekeller zur Verfügung stellte und dazu das legendäre Beiblatt »Die Blutorgel« herausbrachte. Den Bürgerschreck kriegt man nicht aus dem System. Und paart sich allzu gern mit anderen Schwarz-Bacchanten. Nachdem einige geplante Kollaborationen mit rotweißroten Black- bis Schreck-Metallern in die Hose gingen, geben sich zwei heimische Größen der Underground-Avantgarde im Duo die Ehre, dem dirty old Beelzebub ein Altersbett zu bereiten. Die schwerblütig riffende Psychedelik von Swastika-Bikern auf Mushrooms von Der Blutharsch paart sich da mit der Depro-Wave-Zerlegung der tönenden Provo-Performer von Fuckhead. Das klingt wie ein dauermurmelnder Gargamel mit zehn Schlumpfleichen im Zahngebälk in einem überraschend süffigen, süßlich schwebenden Synth-Klangbad. Hätten frühe New Order jemals eine schwarze Messe vertont, das wäre sie. Richtig, ein Ritus, mit dem man mit muss.