Rubik

»Solar«

Talitres Records

Durchsucht man Wikipedia nach finnischen Bands, stö&szligt man zu 80% auf klischeerecycelnde Metal-Gruppierungen die so herzig-dämliche Namen wie Torture Killer oder Eternal Tears of Sorrow tragen. Der Hang zu keltisch-mystischem Power- und Melodic Metal wird den Skandinaviern generell gerne nachgesagt. Die Spitzenreiter in allen Statistiken (von Schulbildung bis Gleichberechtigung) horten offenbar Aggressionspotenzial das kanalisiert werden will. Die können auch böse sein! Rubik aus Helsinki sind nicht böse. Auf ihrem mittlerweile dritten Album »Solar« präsentieren sie sehr unmetallische Musik, der man allerdings nicht bedeutend mehr anrechnen kann, als dass sie eben nicht schwermetallisch daherkommt. Der Kampf beginnt schon beim Falsett andeutenden Gesang, der den Mittelbereich zwischen Jónsi Birgisson von Sigur Rós und Andrew VanWyngarden von MGMT trifft, jedoch eher nervt als begeistert. ?berhaupt, MGMT: Auffällig oft fühlt man sich beim Hören von »Solar« an deren letztes Album »Congratulations« erinnert, ohne allerdings Zeuge ähnlich kluger Deutungsversuche von Popmusik zu sein. Doch nicht nur im direkten Vergleich mit den New Yorkern bleibt »Solar« problematisch. Seine ?berladenheit und der arg plakative Eklektizismus machen es zu einem nur akzeptablen Album.